Wittenberg – Besuch der Lutherstadt
Die Lutherstadt Wittenberg:
Nicht weit weg von Berlin gibt es einige interessante Städte zu entdecken. An diesem Osterwochenende fiel die Wahl auf die Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt.
Die Stadt wird auch das „Rom der Protestanten“ genannt. Seit Jahrhunderten zieht die Stadt an der Elbe internationale Besucher an. Sie liegt ca. 100 km südwestlich von Berlin und ca. 70 km nordöstlich von Leipzig.
Im 16. Jahrhundert war die Lutherstadt eines der bedeutenden politischen, kulturgeschichtlichen und künstlerischen Zentren. In der Altstadt trifft man auf die weltberühmten Reformationsstätten und Gebäude verschiedener Epochen.
Unter einer Vielzahl sehenswerter Bauwerke befinden sich gleich vier UNESCO-Welterbestätten: die Schlosskirche, die Stadtkirche St. Marien, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus.
Das UNESCO-Welterbe in der Lutherstadt Wittenberg:
Schlosskirche zu Wittenberg:
Hier leitete Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Reformation ein, indem er die 95 Thesen an die Tür schlug. In der Kirche kann man die Gräber Luthers und Melanchthons besichtigen.
Die Schlosskirche befindet sich am westlichen Ende der Altstadt. Der Schlosskirchturm mit seiner filigranen neugotischen Turmhaube ist 88 m hoch. Darunter befindet sich ein mit Mosaiksteinen gestaltetes Spruchband “ Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“.
Das eigentliche Schloss liegt mit einem weiteren Turmbau direkt daneben.
Im siebenjährigen Krieg 1760 und erneut 1814 während des Freiheitskrieges fiel die Kirche den Flammen zum Opfer. Das heutige Erscheinungsbild erhielt sie durch die Erneuerung im neogotischen Stil 1883-1892 durch Friedrich Adler. Hierbei wurde der Kern nach historischen Aufzeichnungen und die Haube des Schlosskirchturms neu gestaltet.
Derzeit wird das Schloss bis zum Reformationsjubiläum 2017 saniert und der 1760 zerstörte Südflügel wieder neu errichtet.
Stadtkirche St. Marien:
Die Kirche, in der einst Martin Luther predigte, ist das älteste Gebäude der Stadt. Die ursprüngliche Kirche wurde 1187 erstmals urkundlich erwähnt. 1412 und 1439 wurden die dreischiffige Halle und die Türme errichtet.
Der Reformationsaltar wurde von Lucas Cranach dem Älteren entworfen.
Lutherhaus:
In dem einstigen Wohnhaus des Reformators Martin Luther befindet sich heute das weltweit größte reformations-geschichtliche Museum.
Das Gebäude wurde ursprünglich als Kloster für Augustiner-Eremiten erbaut.
Luther lebte hier 1508 als Mönch und ab 1525 mit seiner Ehefrau Katharina von Bora und seinen Kindern.
Als Professor der Theologie hielt er Vorlesungen vor Studenten aus ganz Europa.
Melanchthonhaus:
Hier lebte und arbeitete der Humanist und Reformator Philipp Melanchthon.
Eine Dauerausstellung des heutigen Museums zeigt das Leben und Wirken des Reformators.
Das Renaissancebauwerk mit spätgotisch gefassten Fenstern und rundbogig gestaffeltem Giebel wurde 1536 erbaut. Es gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser Wittenbergs.
Auch sehenswert:
Cranachhäuser und Cranachhöfe:
Die ehemaligen Häuser des bekannten Malers Lucas Cranach befinden sich am Markt 4 und der Schlossstraße 1. In den Wohn- und Arbeitsstätten druckte er die Bibelübersetzungen Luthers und führte ein Apothekergeschäft.
Er wurde 1505 vom Kurfürsten Friedrich dem Waisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen.
In den denkmalgeschützten Renaissancehöfen trifft man auf Kunst und Kultur. Am Markt 4 kann man die Ausstellung „Lucas Cranach der Ältere – Seiten eines Künstlerlebens“ besuchen und Künstlern bei der Arbeit zusehen. In der Schlossstraße 1 gewährt die historische Druckstube Einblicke in die alten Techniken des Buchdrucks.
Im „Café 3“ oder in der „Hofwirtschaft“ kann man eine entspannte Pause einlegen.
LEUCOREA:
Die Wittenberger Universität wurde bereits 1502 gegründet. Einziges noch original erhaltenes Gebäude ist das Augusteum.
1994 wurde die Stiftung LEUCOREA, mit dem Ziel hier wieder akademisches Leben zu etablieren, gegründet.
Marktplatz von Wittenberg:
Der Marktplatz ist von einigen denkmalgeschützten Gebäuden umgeben. Den Mittelpunkt bildet das Renaissance-Rathaus. Es wurde 1535 fertig gestellt. Das 1573 hinzugefügte Gerichtsportal wird von Justitia gekrönt.
Die Denkmäler von Luther und Melanchthon stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Weitere Impressionen aus Wittenberg:
Auf unserem ausgedehnten Spaziergang durch die schöne historische Altstadt gab es viel zu entdecken. In einigen der Höfe fanden wir hübsche, kleine Oasen zum verweilen und vor einem der vielen Cafés haben wir in der Sonne entspannt und Kaffee, Eis und Waffeln genossen.
Ein Besuch in Wittenberg lohnt sich für alle Altstadtfans, Geschichtsinteressierte und Liebhaber historischer Bauwerke. Mehr Informationen gibt es unter Wittenberg.
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Bis bald
Eure Nic
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